Wohnung nach Wasserschaden sanieren

Von der Sofortreaktion bis zur fertigen Sanierung

Ein Rohrbruch, eine undichte Waschmaschine, der Nachbar von oben hat die Badewanne überlaufen lassen – und plötzlich steht Wasser in der Wohnung. Der Schreck sitzt tief, die Fragen häufen sich: Wie schlimm ist es? Muss alles raus? Wer zahlt das? Die gute Nachricht: Mit schnellem Handeln und professioneller Sanierung lässt sich fast jeder Wasserschaden beheben. Die schlechte: Wer zu lange wartet oder falsch trocknet, riskiert Schimmel und dauerhafte Bauschäden.

Dieser Beitrag erklärt, was nach einem Wasserschaden zu tun ist – von den ersten Minuten bis zur fertigen Wohnungssanierung Berlin.

Sofortmaßnahmen: Die ersten Stunden

Bei einem Wasserschaden zählt jede Minute. Je schneller Sie reagieren, desto geringer der Schaden.

Sofort tun:

  • Wasserquelle abstellen (Haupthahn, Gerät ausschalten)
  • Strom in betroffenen Bereichen abschalten (Sicherung raus)
  • Stehendes Wasser aufnehmen (Eimer, Lappen, Nasssauger)
  • Möbel und Teppiche aus dem Wasser holen
  • Fenster öffnen für erste Belüftung
  • Fotos machen für die Versicherung

Erst wenn die akute Gefahr gebannt ist, geht es an die Ursachensuche und die Planung der Sanierung.

Leckortung: Wo kommt das Wasser her?

Bevor die Trocknung beginnen kann, muss die Ursache gefunden und behoben sein. Sonst trocknen Sie gegen einen laufenden Wasserschaden an.

  • Sichtbare Ursachen: Geplatzter Schlauch, undichte Armatur, offensichtlicher Rohrbruch
  • Versteckte Leckagen: Rohrbruch in der Wand, undichte Leitung unter dem Estrich – hier hilft nur professionelle Leckortung
  • Schaden von außen: Undichtes Dach, defekte Abdichtung, Wasser vom Nachbarn

Professionelle Leckortungsdienste arbeiten mit Thermografie, Feuchtemessung und akustischen Verfahren, um versteckte Lecks zu finden – ohne unnötig Wände aufzustemmen.

Die Trocknung: Das Fundament der Sanierung

Kein Wasserschaden ist saniert, bevor nicht alles vollständig getrocknet ist. Restfeuchte in Wänden, Estrich oder Dämmung führt unweigerlich zu Schimmel. Die Trocknung ist oft der zeitaufwendigste Teil der Sanierung.

Häufige Frage: Wie lange dauert die Trocknung nach einem Wasserschaden?

Das hängt vom Schadensumfang ab. Ein oberflächlicher Schaden kann in 1-2 Wochen trocken sein. Ein durchnässter Estrich mit Dämmung darunter braucht oft 4-8 Wochen, manchmal länger. Die Trocknung wird mit Feuchtemessungen überwacht – erst wenn die Werte im Normbereich sind, kann saniert werden.

Trocknungsverfahren

  • Bautrockner: Entziehen der Raumluft Feuchtigkeit, die aus Wänden und Böden verdunstet
  • Dämmschichttrocknung: Spezialverfahren für Estrich mit Dämmung – Luft wird durch kleine Bohrungen in die Dämmschicht geblasen
  • Infrarot-Trocknung: Für punktuelle Trocknung von Wänden
  • Überdruck-/Unterdruckverfahren: Für schwer zugängliche Hohlräume

Nicht selber trocknen: Ein Bautrockner aus dem Baumarkt reicht bei ernsthaften Wasserschäden nicht aus. Professionelle Trocknung mit Feuchtemessung und Protokollierung ist nötig – auch für die Versicherung. Laientrocknung führt häufig zu verstecktem Schimmel, der später teuer wird.

Schimmelgefahr: Das unsichtbare Risiko

Schimmel beginnt bereits 24-48 Stunden nach dem Wasserschaden zu wachsen, wenn die Feuchtigkeit nicht schnell genug sinkt. Er versteckt sich gern hinter Verkleidungen, unter Bodenbelägen und in Dämmschichten – dort, wo man ihn nicht sieht.

Anzeichen für Schimmel:

  • Modriger, muffiger Geruch auch nach der Trocknung
  • Verfärbungen an Wänden oder Decken
  • Allergische Reaktionen bei Bewohnern
  • Sichtbarer Schimmelbefall (oft erst spät)

Bei Schimmelverdacht muss vor der Sanierung eine Probenahme und Analyse erfolgen. Je nach Befund ist eine Schimmelsanierung durch Fachbetriebe nötig.

Was muss raus, was kann bleiben?

Nach der Trocknung zeigt sich, welche Materialien gerettet werden können und welche ersetzt werden müssen.

 

Meist nicht zu retten:

  • Teppichboden: Saugt sich voll, trocknet schlecht, Schimmelrisiko
  • Laminat: Quillt auf und verzieht sich
  • Gipskartonplatten: Saugen Wasser auf, verlieren Stabilität
  • Mineralwolle-Dämmung: Trocknet extrem langsam, Schimmelrisiko
  • Tapeten: Lösen sich, Schimmel dahinter

Oft zu retten:

  • Massivparkett: Kann nach Trocknung geschliffen werden
  • Fliesen: Wenn Unterbau intakt, bleiben sie drin
  • Estrich: Wenn vollständig getrocknet, meist nutzbar
  • Massivwände: Trocknen und sind wieder normal

Häufige Frage: Muss der Estrich nach einem Wasserschaden raus?

Nicht unbedingt. Wenn der Estrich vollständig getrocknet werden kann und keine Schäden zeigt (Risse, Aufwölbungen), bleibt er drin. Kritisch ist die Dämmung darunter: Mineralwolle muss oft raus, weil sie nicht trocknet. Bei schwimmend verlegtem Estrich mit kapillarbrechender Dämmung (Schaumglas, EPS) sind die Chancen besser.

Der Sanierungsablauf

Die Sanierung nach einem Wasserschaden folgt einem festen Ablauf:

 

Phase 1: Schadensaufnahme und Dokumentation

Bestandsaufnahme, Fotos, Protokoll für Versicherung, Ursachenanalyse, Leckortung wenn nötig.

 

Phase 2: Schadensbegrenzung

Wasser entfernen, durchnässte Materialien entfernen (Teppich, Laminat, Gipskarton), Möbel ausräumen.

 

Phase 3: Technische Trocknung

Bautrockner, ggf. Dämmschichttrocknung, regelmäßige Feuchtemessung, Protokollierung. Dauer: 2-8 Wochen je nach Schaden.

 

Phase 4: Ggf. Schimmelsanierung

Bei Schimmelbefall professionelle Sanierung durch Fachbetrieb mit Schutzmaßnahmen.

 

Phase 5: Wiederaufbau

Neue Bodenbeläge, Wandverkleidungen, Malerarbeiten, ggf. neue Elektrik oder Sanitär. Wie eine normale Sanierung – nur dass der Zustand vorher perfekt trocken und schimmelfrei sein muss.

Wer zahlt die Wasserschadensanierung?

Die Frage der Kostenübernahme hängt von Ursache und Versicherung ab:

  • Gebäudeversicherung: Zahlt Schäden am Gebäude selbst (Wände, Böden, Leitungen). Für Eigentümer und Vermieter.
  • Hausratversicherung: Zahlt Schäden an Möbeln und beweglichem Inventar.
  • Haftpflichtversicherung: Wenn ein Dritter den Schaden verursacht hat (z.B. Nachbar), zahlt dessen Haftpflicht.
  • Elementarversicherung: Für Hochwasser und Starkregen – nur wenn separat abgeschlossen.

Wichtig: Dokumentieren Sie alles mit Fotos und Protokollen. Melden Sie den Schaden sofort der Versicherung. Beauftragen Sie keine größeren Arbeiten ohne Rücksprache mit der Versicherung – sonst riskieren Sie, auf den Kosten sitzen zu bleiben.

Kosten einer Wasserschadensanierung

Die Kosten variieren enorm je nach Schadensumfang:

  • Trocknung: 500 – 3.000 € je nach Dauer und Verfahren
  • Leckortung: 200 – 500 €
  • Bodenbelag erneuern: 40 – 150 €/m²
  • Wände/Decken sanieren: 30 – 80 €/m²
  • Schimmelsanierung: 1.000 – 5.000 € je nach Umfang

Ein durchschnittlicher Wasserschaden mit Trocknung und Bodenerneuerung in einem Raum liegt bei 3.000 – 8.000 €. Größere Schäden mit mehreren Räumen, Estrichtrocknung und umfangreicher Sanierung können 15.000 – 30.000 € und mehr kosten.

 

Fazit: Schnell handeln, gründlich sanieren

Ein Wasserschaden ist ärgerlich, aber beherrschbar. Der Schlüssel liegt in schneller Reaktion und professioneller Trocknung. Wer hier spart oder abkürzt, zahlt später doppelt – in Form von Schimmel und Folgeschäden.

Bei ProjektX Ausbau übernehmen wir die Sanierung nach dem Wasserschaden: Koordination mit Trocknungsfirmen, Rückbau beschädigter Materialien und kompletter Wiederaufbau. Wir dokumentieren für Ihre Versicherung und bringen Ihre Wohnung zurück in den Originalzustand – oder nutzen die Gelegenheit für eine Modernisierung.

Wasserschaden sanieren mit ProjektX Ausbau

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