Wasserdichte Abdichtung im Bad

Normen und Vorschriften verständlich erklärt

Was unter den Fliesen passiert, sehen Sie nie – aber es entscheidet darüber, ob Ihr Bad in zwanzig Jahren noch dicht ist oder ob Wasser längst in Estrich, Wände und die Decke des Nachbarn gewandert ist. Die Abdichtung ist die unsichtbare Schutzschicht, die alles zusammenhält. Und seit 2017 gibt es klare Regeln, wie sie auszuführen ist.

Dieser Beitrag erklärt, was die DIN 18534 vorschreibt, welche Bereiche in der Badsanierung Berlin wie abgedichtet werden müssen und was passiert, wenn die Abdichtung fehlt oder mangelhaft ist.

DIN 18534: Die Norm, die alles regelt

Seit Juli 2017 gilt die DIN 18534 als verbindliche Grundlage für Abdichtungen in Innenräumen. Sie hat die alten ZDB-Merkblätter abgelöst und ist heute die „anerkannte Regel der Technik“ – das bedeutet: Wer davon abweicht, muss gute Gründe haben und im Schadensfall erklären können, warum.

 

Was regelt die DIN 18534?

  • Einteilung in Wassereinwirkungsklassen (wie stark ist die Belastung?)
  • Anforderungen an Abdichtungsmaterialien und -systeme
  • Ausführung von Anschlüssen, Ecken und Durchdringungen
  • Mindestanforderungen an Schichtdicken
  • Prüfung und Dokumentation

Häufige Frage: Ist die DIN 18534 Gesetz?

Nicht direkt, aber praktisch schon. Als „anerkannte Regel der Technik“ wird sie bei Rechtsstreitigkeiten herangezogen. Wer ohne Abdichtung oder mit mangelhafter Abdichtung baut, verliert im Schadensfall fast immer. Gerichte und Gutachter orientieren sich an der Norm.

Die Wassereinwirkungsklassen: Wo muss was hin?

Die DIN 18534 teilt Bäder nach der Wasserbelastung ein. Je mehr Wasser, desto höhere Anforderungen:

W0-I: Mäßige Wassereinwirkung

Wo: Bereiche, die nur gelegentlich Spritzwasser abbekommen – Wandflächen außerhalb des direkten Nassbereichs, Bereich um den Waschtisch.

Anforderung: Grundierung oder einfache Flüssigabdichtung reicht in vielen Fällen aus.

W1-I: Hohe Wassereinwirkung

Wo: Duschbereich mit Duschwanne (also mit erhöhtem Rand), Wandflächen im Spritzwasserbereich der Dusche.

Anforderung: Flüssigabdichtung im Verbund (Verbundabdichtung), mindestens 30 cm über die Oberkante der Duschwanne, mit Dichtbändern an Ecken und Anschlüssen.

W2-I: Sehr hohe Wassereinwirkung

Wo: Bodengleiche Duschen mit Ablaufrinne oder Bodenablauf, Bodenflächen im Nassbereich.

Anforderung: Vollflächige Verbundabdichtung auf Boden und Wänden, Dichtbänder, besondere Sorgfalt an Durchdringungen (Ablauf!). Das ist der Standard für moderne bodengleiche Duschen.

W3-I: Extrem hohe Wassereinwirkung

Wo: Gewerbliche Nassbereiche, öffentliche Duschen, Schwimmbäder.

Anforderung: Höchste Anforderungen, oft mit bahnenförmigen Abdichtungen. Für normale Wohnbäder in der Regel nicht relevant.

Kurz gesagt: In einer typischen Berliner Wohnung mit bodengleicher Dusche brauchen Sie W2-I im Duschbereich. Das bedeutet: vollflächige Verbundabdichtung auf Boden und Wänden, mit Dichtbändern an allen Ecken und Anschlüssen.

Was genau ist eine Verbundabdichtung?

Der Begriff fällt ständig – aber was steckt dahinter? Eine Verbundabdichtung besteht aus mehreren Komponenten, die zusammenarbeiten:

  • Flüssigabdichtung: Eine flexible Dichtmasse (oft auf Kunststoffbasis), die mit Rolle oder Spachtel aufgetragen wird. Mindestens zwei Schichten, mit Trocknung dazwischen.
  • Dichtbänder: Elastische Bänder, die in die frische Abdichtung eingebettet werden – an Ecken, Wandanschlüssen und Fugen. Sie verhindern Risse an den kritischen Stellen.
  • Dichtmanschetten: Spezielle Formteile für Durchdringungen (Rohrdurchführungen, Abläufe).
  • Fliesen im Verbund: Die Fliesen werden direkt auf die Abdichtung geklebt – daher „Verbund“. Die Abdichtung sitzt zwischen Untergrund und Fliesenkleber.

Wichtig: Alle Komponenten müssen aus einem System stammen, also vom gleichen Hersteller. Verschiedene Produkte zu mischen ist riskant – die Hersteller geben nur Garantie für ihr Gesamtsystem.

Welche Bereiche müssen abgedichtet werden?

Konkret für ein typisches Wohnbad in Berlin:

  • Duschbereich Boden: Vollflächig, bis mindestens 30 cm außerhalb des Nassbereichs
  • Duschbereich Wände: Bis mindestens 30 cm über die Oberkante der Brause (bei Kopfbrausen oft bis unter die Decke)
  • Badewannenbereich: Wand hinter der Wanne, Boden unter der Wanne (wenn nicht auf Füßen), Wandanschlüsse
  • Waschtischbereich: Je nach Gestaltung – bei Aufsatzwaschtischen auf Holz ist Abdichtung dahinter sinnvoll
  • Bodenfläche allgemein: Bei bodengleichen Duschen oft das gesamte Bad, sonst mindestens der Nassbereich

Häufige Frage: Muss das ganze Bad abgedichtet werden?

Nicht zwingend. Die Norm unterscheidet nach Wassereinwirkung. Bereiche mit mäßiger Belastung (W0-I) brauchen weniger als der Duschbereich (W1-I oder W2-I). In der Praxis ist es aber oft sinnvoll, großzügiger abzudichten – der Mehraufwand ist gering, die Sicherheit höher.

Was passiert ohne oder mit mangelhafter Abdichtung?

Die Konsequenzen sind real und teuer:

  • Kurzfristig: Oft nichts sichtbar – das Wasser versickert unsichtbar im Untergrund
  • Mittelfristig (Monate bis Jahre): Feuchtigkeit im Estrich, Schimmel hinter Fliesen, Schäden in angrenzenden Räumen
  • Langfristig: Durchfeuchtung der Bausubstanz, Schäden an Holzbalkendecken, Schimmelbefall, Wasserschaden beim Nachbarn

Rechtlich: Ohne fachgerechte Abdichtung nach DIN 18534 liegt ein Baumangel vor. Der Auftragnehmer haftet – auch Jahre später. Versicherungen können Leistungen kürzen oder verweigern, wenn die Abdichtung nicht dem Stand der Technik entspricht.

Berliner Altbauten: Ein Sonderfall

Viele Berliner Altbauten haben Bäder, die ohne jede Abdichtung gebaut wurden – das war früher üblich. Solange alles dicht ist, besteht kein akuter Handlungsbedarf. Aber:

  • Bei Sanierung: Sobald Fliesen entfernt werden, muss nach aktuellem Stand der Technik neu abgedichtet werden
  • Bei Verkauf: Käufer erwarten (zu Recht) fachgerechte Abdichtung – fehlende Abdichtung ist ein Mangel
  • Bei Vermietung: Als Vermieter haften Sie für Mängel, auch für versteckte

Unser Rat: Wenn Sie ein Altbaubad sanieren, ist die Abdichtung nicht der Bereich, an dem Sie sparen sollten. Die Materialkosten sind überschaubar (200-500 € für ein normales Bad), aber die Konsequenzen bei Pfusch sind enorm.

So wird die Abdichtung ausgeführt

Ein Blick hinter die Kulissen – so läuft eine fachgerechte Abdichtung ab:

  1. Untergrund vorbereiten: Der Untergrund muss sauber, trocken, tragfähig und frei von losen Teilen sein. Risse werden verspachtelt, Unebenheiten ausgeglichen.
  2. Grundierung auftragen: Je nach Untergrund wird eine passende Grundierung aufgebracht. Sie verbessert die Haftung der Abdichtung.
  3. Erste Schicht Flüssigabdichtung: Mit Rolle oder Spachtel wird die erste Schicht aufgetragen. Schichtdicke nach Herstellerangabe (meist 0,5-1 mm).
  4. Dichtbänder einlegen: Solange die erste Schicht noch feucht ist, werden Dichtbänder in Ecken, Wandanschlüssen und an Fugen eingebettet.
  5. Dichtmanschetten setzen: An Durchdringungen (Abläufe, Rohre) kommen spezielle Manschetten.
  6. Trocknung abwarten: Mindestens 2-4 Stunden, je nach Produkt und Raumklima.
  7. Zweite Schicht auftragen: Quer zur ersten Schicht, um eine gleichmäßige Deckung zu erreichen.
  8. Trocknung und Prüfung: Nach vollständiger Durchtrocknung (meist 24 Stunden) kann gefliest werden.

Häufige Frage: Was kostet die Abdichtung?

Die Materialkosten für ein normales Bad (6-8 m² Nassfläche) liegen bei 200-500 € – Flüssigabdichtung, Dichtbänder, Manschetten, Grundierung. Der Arbeitsaufwand beträgt etwa einen halben bis einen Tag. Im Rahmen einer Komplettsanierung ist das ein kleiner Posten mit großer Wirkung.

Wer ist verantwortlich?

Die Verantwortung ist aufgeteilt:

  • Planer/Architekt: Muss die richtigen Wassereinwirkungsklassen festlegen und die Abdichtung planen
  • Ausführender Betrieb: Muss fachgerecht nach Norm ausführen und auf Mängel hinweisen
  • Auftraggeber: Sollte auf Einhaltung der Norm bestehen und sich die Ausführung dokumentieren lassen

Fazit: Abdichtung ist nicht verhandelbar

Eine fachgerechte Abdichtung nach DIN 18534 ist kein Luxus, sondern Standard – und zwar aus gutem Grund. Die paar Hundert Euro Mehrkosten sind nichts im Vergleich zu einem Wasserschaden, der schnell fünfstellig wird. Wer im Bad saniert, sollte auf eine Verbundabdichtung im Nassbereich bestehen – und sich die Ausführung dokumentieren lassen.

Bei ProjektX Ausbau führen wir die Abdichtung konsequent nach DIN 18534 aus. Wir verwenden zertifizierte Systemprodukte, dokumentieren die Ausführung mit Fotos und geben Ihnen die Sicherheit, dass Ihr Bad auch in zwanzig Jahren noch dicht ist. Sprechen Sie uns an für Ihre Badsanierung in Berlin.

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