Sanierungsstufen – von Kosmetik bis Kernsanierung
Was die Begriffe bedeuten und welche Stufe Sie wirklich brauchen.
Renovierung, Sanierung, Modernisierung, Kernsanierung – die Begriffe wirbeln durcheinander, und jeder versteht etwas anderes darunter. Der eine Handwerker redet von Sanierung, wenn er das Bad meint. Der andere denkt an den kompletten Rückbau bis auf die Grundmauern. Diese Begriffsverwirrung erschwert die Kommunikation und führt zu falschen Erwartungen in der Wohnungssanierung Berlin – auf beiden Seiten.
Dabei gibt es durchaus sinnvolle Abstufungen, die sich nach Umfang, Tiefe und Kosten unterscheiden. Wer diese Stufen kennt, kann präziser planen, realistischer kalkulieren und klarer kommunizieren. Dieser Beitrag bringt Ordnung ins Begriffschaos – von der kosmetischen Auffrischung bis zur Kernsanierung.
Stufe 1: Schönheitsreparaturen
Die kosmetische Auffrischung
Schönheitsreparaturen betreffen nur die Oberflächen – alles, was man sieht, ohne in die Substanz einzugreifen. Es wird nichts erneuert, nur aufgefrischt. Diese Maßnahmen sind typisch bei Mieterwechsel oder wenn eine Wohnung optisch verbessert werden soll, ohne größere Investitionen.
Was dazu gehört:
- Wände und Decken streichen oder tapezieren
- Heizkörper und Rohre streichen
- Innentüren und Fenster von innen streichen
- Kleine Ausbesserungen an Wänden (Dübellöcher, Kratzer)
- Fugen in Bad und Küche erneuern
Stufe 2: Renovierung
Oberflächen erneuern, Substanz erhalten
Eine Renovierung geht über Kosmetik hinaus: Hier werden Oberflächen nicht nur aufgefrischt, sondern erneuert. Alte Böden werden durch neue ersetzt, Türen ausgetauscht, Fliesen erneuert. Die Substanz – Wände, Leitungen, Haustechnik – bleibt unverändert.
Was dazu gehört:
- Bodenbeläge komplett erneuern (Laminat, Parkett, Vinyl, Fliesen)
- Innentüren austauschen
- Wandfliesen in Bad oder Küche erneuern
- Einbauschränke oder Einbauküche erneuern
- Sanitärobjekte austauschen (WC, Waschbecken, Armaturen)
- Heizkörper austauschen (ohne Leitungen zu verändern)
Häufige Frage: Was ist der Unterschied zwischen Renovierung und Sanierung?
Renovierung erneuert Oberflächen und Ausstattung, ohne in die Substanz einzugreifen. Sanierung geht tiefer: Sie behebt Schäden, erneuert Leitungen, verändert die Struktur. Einfach gesagt: Renovierung macht schön, Sanierung macht heil.
Stufe 3: Teilsanierung
Einzelne Bereiche grundlegend erneuern
Bei einer Teilsanierung werden gezielt einzelne Bereiche oder Gewerke komplett erneuert – oft Bad, Küche oder die Elektrik. Diese Bereiche werden bis auf die Grundsubstanz zurückgebaut und neu aufgebaut, während der Rest der Wohnung weitgehend unverändert bleibt.
Was dazu gehört:
- Badsanierung: Kompletter Rückbau, neue Leitungen, neue Fliesen, neue Sanitärobjekte
- Küchensanierung: Neue Anschlüsse, neue Elektrik, neue Einbauküche
- Elektrosanierung: Neue Verkabelung, neuer Sicherungskasten, neue Steckdosen
- Fenstertausch: Alte Fenster raus, neue rein, Leibungen anpassen
- Heizungssanierung: Neue Heizkörper, neue Leitungen, ggf. neuer Kessel
Praxistipp: Teilsanierungen sind oft die wirtschaftlichste Lösung. Statt alles anzufassen, konzentrieren Sie sich auf die Bereiche mit dem größten Handlungsbedarf – typischerweise Bad und Elektrik. Der Rest kann später folgen oder bleibt, wie er ist.
Stufe 4: Vollsanierung
Alles neu, Substanz bleibt
Eine Vollsanierung – auch Komplettsanierung genannt – erneuert die gesamte Wohnung: alle Oberflächen, alle Leitungen, alle Anschlüsse. Die tragenden Wände und die Gebäudesubstanz bleiben erhalten, aber alles andere wird neu gemacht. Nach einer Vollsanierung ist die Wohnung technisch auf dem Stand eines Neubaus.
Was dazu gehört:
- Komplette Elektroinstallation neu
- Komplette Sanitärinstallation neu
- Neue Heizungsanlage oder Heizkörper mit Leitungen
- Alle Böden, Wände und Decken neu
- Alle Türen und Fenster neu
- Neues Bad, neue Küche
- Ggf. neue Raumaufteilung durch Trockenbau
Stufe 5: Kernsanierung
Zurück auf Null
Die Kernsanierung ist die radikalste Form: Die Wohnung oder das Gebäude wird bis auf die tragenden Wände und Decken zurückgebaut – die sogenannte Entkernung. Alles andere – Böden, Estriche, Installationen, Innenwände – wird entfernt und komplett neu aufgebaut. Das Ergebnis ist faktisch ein Neubau im alten Gewand.
Was dazu gehört:
- Komplette Entkernung: Rückbau aller nicht-tragenden Elemente
- Neuer Estrich, neuer Fußbodenaufbau
- Komplett neue Haustechnik (Elektro, Sanitär, Heizung, Lüftung)
- Neue Raumaufteilung möglich
- Neue Fenster und Türen
- Ggf. Dachausbau oder Anbau
- Ggf. energetische Ertüchtigung der Hülle
Wann Kernsanierung? Eine Kernsanierung lohnt sich, wenn die Substanz zwar tragfähig ist, aber alles andere am Ende ist – oder wenn Sie die Raumaufteilung grundlegend ändern wollen. Bei wertvollen Altbauten in guter Lage ist sie oft die beste Option, um das Potenzial der Immobilie zu heben.
Die richtige Stufe finden
Welche Sanierungsstufe Sie brauchen, hängt vom Zustand der Wohnung, Ihren Zielen und Ihrem Budget ab. Nicht immer ist die umfassendste Lösung die beste – manchmal reicht weniger.
Entscheidungshilfen
- Substanz prüfen: Sind die Leitungen in Ordnung? Funktioniert die Haustechnik? Gibt es Feuchtigkeitsschäden? Die Antworten bestimmen die Mindest-Stufe.
- Ziele definieren: Wollen Sie verkaufen, vermieten oder selbst einziehen? Je nach Ziel variiert der sinnvolle Aufwand.
- Budget kennen: Was können Sie investieren? Manchmal ist eine gute Teilsanierung besser als eine halbherzige Vollsanierung.
- Zeitrahmen beachten: Wie schnell müssen Sie fertig sein? Umfangreichere Sanierungen brauchen mehr Zeit.
Bei ProjektX Ausbau helfen wir Ihnen, die richtige Sanierungsstufe zu bestimmen. Nach einer gründlichen Bestandsaufnahme empfehlen wir, was wirklich nötig ist – nicht mehr und nicht weniger. Ehrliche Beratung vor übertriebenem Aufwand.
Kosten im Überblick
Zusammenfassung: Was kostet welche Stufe?
- Schönheitsreparaturen: 20-80 €/m²
- Renovierung: 150-400 €/m²
- Teilsanierung: 400-800 €/m² (bezogen auf sanierte Bereiche)
- Vollsanierung: 800-1.500 €/m²
- Kernsanierung: 1.200-2.500+ €/m²
Die Werte sind Richtwerte für Berlin. Die tatsächlichen Kosten hängen von Ausstattung, Zustand und besonderen Anforderungen ab.
Fazit: Klarheit statt Begriffswirrwarr
Die fünf Sanierungsstufen – von Schönheitsreparaturen bis Kernsanierung – bilden ein Spektrum von Aufwand und Tiefe. Jede Stufe hat ihre Berechtigung, und die richtige Wahl hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Wichtig ist, dass Sie und Ihr Handwerker oder Bauunternehmen das Gleiche meinen, wenn Sie über Sanierung sprechen.
Mit klaren Begriffen und realistischen Erwartungen wird Ihr Sanierungsprojekt planbar. ProjektX Ausbau begleitet Sie dabei – von der ersten Einschätzung bis zur schlüsselfertigen Übergabe, egal auf welcher Stufe. Sprechen Sie uns an.
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