Parkett restaurieren – so geht’s | ProjektX Ausbau
Wie Sie altem Holzboden neues Leben einhauchen.
Unter manchem abgetretenen Teppich, unter Laminat aus den Neunzigern oder schlicht unter Jahrzehnten der Abnutzung verbirgt sich ein Schatz: echtes Parkett. Massivholz oder Mehrschichtparkett mit ausreichender Nutzschicht kann mehrfach geschliffen und aufgearbeitet werden – und sieht danach aus wie neu. Statt teuer zu ersetzen, lohnt sich oft die Restaurierung bei der Wohnungssanierung Berlin.
Die gute Nachricht: Parkettrestaurierung ist keine Raketenwissenschaft. Mit dem richtigen Ablauf und etwas Geduld verwandeln Sie einen abgenutzten Holzboden in einen Hingucker. Dieser Beitrag erklärt den kompletten Prozess – vom ersten Schliff bis zur fertigen Oberfläche.
Wann lohnt sich die Restaurierung?
Nicht jeder Holzboden kann oder sollte restauriert werden. Entscheidend ist der Zustand – und die verbleibende Nutzschicht.
Restaurierung sinnvoll bei:
- Oberflächliche Kratzer und Abnutzung: Das häufigste Problem – und mit Schleifen leicht zu beheben
- Mattgewordene Versiegelung: Lack oder Öl ist verbraucht, das Holz darunter ist intakt
- Verfärbungen durch Sonneneinstrahlung: Werden beim Schleifen entfernt
- Alte Wachsschichten: Können abgeschliffen und durch moderne Oberflächen ersetzt werden
- Einzelne lose Stäbe: Lassen sich vor der Aufarbeitung neu verkleben
Austausch erwägen bei:
- Zu dünne Nutzschicht: Wenn kaum noch Holz über der Nut-Feder-Verbindung ist
- Massive Wasserschäden: Aufgequollene, verzogene Dielen sind meist nicht zu retten
- Großflächiger Schädlingsbefall: Holzwurm in vielen Stäben
- Zu viele fehlende Stäbe: Wenn passendes Ersatzholz nicht mehr beschaffbar ist
Häufige Frage: Wie oft kann man Parkett schleifen?
Das hängt von der Nutzschicht ab. Massivparkett (15-22 mm) kann 5-8 Mal geschliffen werden. Mehrschichtparkett mit 4 mm Nutzschicht etwa 2-3 Mal, mit 2,5 mm nur 1-2 Mal. Bei jedem Schleifen werden ca. 0,5-1 mm abgetragen. Ein Fachmann kann die verbleibende Dicke einschätzen.
Der Ablauf der Parkettrestaurierung
Eine professionelle Parkettaufarbeitung folgt einem bewährten Ablauf. Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf – Abkürzungen rächen sich im Ergebnis.
Schritt 1: Vorbereitung
Der Raum wird komplett geräumt. Fußleisten werden entfernt oder abgeklebt. Lose Stäbe werden neu verklebt, herausstehende Nägel versenkt. Alte Teppichreste, Kleberreste oder Beschichtungen werden entfernt.
Schritt 2: Grobschliff
Mit einer Walzenschleifmaschine und grober Körnung (40-60er) wird die alte Oberfläche abgetragen. Dieser Schliff entfernt die Versiegelung, Kratzer und Verfärbungen. Er bestimmt die Ebenheit des Bodens – hier ist Präzision gefragt.
Schritt 3: Randschliff
Die große Walzenschleifmaschine kommt nicht bis an die Wände. Mit einem Randschleifer werden die Ränder bearbeitet – in derselben Körnung wie der Hauptschliff.
Schritt 4: Mittelschliff
Mit mittlerer Körnung (80er) werden die Schleifspuren des Grobschliffs entfernt. Der Boden wird glatter, die Holzstruktur kommt zum Vorschein.
Schritt 5: Spachteln und Fugenfüllen
Kleine Risse, Astlöcher und offene Fugen werden mit Parkettspachtelmasse gefüllt. Hochwertige Spachtelmasse wird mit dem Schleifstaub des eigenen Bodens gemischt – so passt die Farbe perfekt.
Schritt 6: Feinschliff
Der letzte Schliff mit feiner Körnung (100-120er) macht den Boden glatt für die Oberflächenbehandlung. Nach diesem Schritt sollte der Boden staubfrei gesaugt werden.
Schritt 7: Oberflächenbehandlung
Je nach Wahl: Ölen, Lackieren oder Wachsen. Die Details dazu im nächsten Abschnitt.
Zeitrahmen: Eine professionelle Parkettrestaurierung dauert typischerweise 3-5 Tage für einen Raum. Der Schliff selbst geht schnell – die Trocknungszeiten zwischen den Oberflächenschichten bestimmen die Dauer.
Öl, Lack oder Wachs?
Die Wahl der Oberflächenbehandlung prägt Optik, Haptik und Pflege des Bodens für Jahre. Jede Variante hat ihre Berechtigung.
Parkett ölen
Öl dringt ins Holz ein und schützt von innen. Die natürliche Holzstruktur bleibt sicht- und fühlbar. Geölte Böden haben eine matte, warme Optik und eine angenehme Haptik. Kleine Kratzer lassen sich lokal ausbessern, ohne den ganzen Boden neu zu behandeln.
Nachteil: Geölte Böden brauchen regelmäßige Nachpflege – je nach Beanspruchung alle 1-2 Jahre nachölen. Sie sind empfindlicher gegen Flüssigkeiten als lackierte Böden.
Parkett lackieren
Lack bildet eine geschlossene Schutzschicht auf dem Holz. Die Oberfläche ist robust, pflegeleicht und unempfindlich gegen Feuchtigkeit. Lack gibt es in matt, seidenmatt und glänzend.
Nachteil: Bei Beschädigungen muss der ganze Boden neu lackiert werden – lokale Ausbesserungen sind sichtbar. Die Oberfläche fühlt sich weniger natürlich an.
Hardwachsöl
Eine Kombination aus Öl und Wachs: dringt ein wie Öl, bildet aber eine leichte Schutzschicht wie Wachs. Beliebt als Kompromiss zwischen Natürlichkeit und Robustheit.
Empfehlung: Für Wohnräume mit normaler Beanspruchung ist Öl oder Hardwachsöl die natürlichere Wahl. In stark frequentierten Bereichen, Küchen oder Kinderzimmern bietet Lack mehr Schutz.
Kosten der Parkettrestaurierung
Die Kosten hängen vom Zustand des Bodens, der Raumgröße und der gewählten Oberflächenbehandlung ab.
Häufige Frage: Was kostet Parkett schleifen und versiegeln?
Richtwerte: Schleifen und Ölen 25-40 €/m², Schleifen und Lackieren 30-45 €/m². Für Räume unter 20 m² gelten oft Mindestpreise. Aufwendige Vorarbeiten (Kleberreste entfernen, viele Reparaturen) kosten extra. Ein neuer Parkettboden kostet 60-150 €/m² – die Restaurierung ist fast immer günstiger.
Selbst machen oder Profi?
Schleifmaschinen kann man mieten, Öle und Lacke kaufen. Theoretisch ist Parkettrestaurierung ein DIY-Projekt. Praktisch gibt es Tücken.
Risiken bei Eigenarbeit:
- Schleifrillen: Ungleichmäßiger Druck oder falsche Führung hinterlässt Spuren, die man bei jeder Beleuchtung sieht
- Wellen: Ohne Übung schleift man leicht Mulden in den Boden
- Zu viel abgetragen: Bei dünner Nutzschicht kann ein Fehler das Parkett ruinieren
- Staubbelastung: Auch mit Absaugung ist die Feinstaubbelastung erheblich
- Zeitunterschätzung: Anfänger brauchen deutlich länger, die Maschinen-Mietkosten summieren sich
Ehrliche Einschätzung: Kleine Nebenräume oder ein Kellerraum zum Üben – warum nicht. Ihr wertvolles Altbauparkett im Wohnzimmer? Überlassen Sie es dem Fachmann. Der Unterschied zwischen Laien- und Profiarbeit ist dauerhaft sichtbar.
Berliner Altbauparkett
In Berliner Altbauten finden sich oft wahre Schätze: Fischgrätparkett aus Eiche, breite Dielenböden, teilweise über 100 Jahre alt. Diese Böden haben Charakter, den kein Neubau bietet. Mit fachgerechter Restaurierung leben sie weitere Jahrzehnte.
Bei ProjektX Ausbau haben wir Erfahrung mit historischen Holzböden. Wir beurteilen den Zustand, empfehlen die passende Behandlung und führen die Restaurierung fachgerecht durch – damit Ihr Altbauparkett wieder strahlt, ohne seinen Charakter zu verlieren.
Fazit: Restaurieren statt wegwerfen
Ein abgenutzter Parkettboden ist kein Fall für den Container, sondern für den Schleifer. Die Restaurierung kostet einen Bruchteil eines neuen Bodens und erhält das Original – mit all seiner Geschichte und Patina. Der Schlüssel liegt im sauberen Handwerk: präzises Schleifen, sorgfältiges Spachteln und die richtige Oberflächenbehandlung.
Ob Öl für die natürliche Optik oder Lack für maximalen Schutz – nach der Restaurierung haben Sie einen Boden, der wieder Jahrzehnte hält. Lassen Sie sich beraten, welche Behandlung zu Ihrem Boden und Ihrer Nutzung passt. Mit ProjektX Ausbau bringen Sie Ihr Parkett zurück zu altem Glanz.
Parkettrestaurierung mit ProjektX Ausbau
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