Fördermittel für Wohnungssanierungen in Berlin

Alle Programme im Überblick – und wie Sie die Förderung sichern.

Tausende Euro Zuschuss für Ihre Sanierung – und viele wissen nicht einmal, dass es sie gibt. Oder sie erfahren zu spät davon, wenn die Handwerker schon angefangen haben. Dann ist es vorbei mit der Förderung, denn die goldene Regel lautet: Antrag vor Auftrag. Wer das nicht beachtet, verschenkt bares Geld.

Für Wohnungssanierungen in Berlin gibt es eine Vielzahl von Förderprogrammen – vom Bund, vom Land und indirekt über Steuervorteile. Die Landschaft ist unübersichtlich, die Programme ändern sich häufig, und die Anforderungen sind komplex. Dieser Beitrag verschafft Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Fördertöpfe und zeigt, wie Sie sie richtig anzapfen.

Hinweis: Förderprogramme ändern sich regelmäßig. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die wichtigsten Programme. Prüfen Sie vor Antragstellung immer die aktuellen Konditionen bei den jeweiligen Fördergebern.

Wichtigste Regel: Förderanträge müssen vor Beginn der Maßnahmen gestellt werden – bevor Sie Aufträge vergeben oder Verträge unterschreiben. Nachträgliche Anträge werden abgelehnt. Planen Sie die Förderung von Anfang an mit ein.

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Das wichtigste Förderprogramm für energetische Sanierungen ist die Bundesförderung für effiziente Gebäude – kurz BEG. Sie umfasst Zuschüsse und zinsgünstige Kredite für Maßnahmen, die den Energieverbrauch senken. Die BEG ist aufgeteilt in verschiedene Teilprogramme.

 

BEG Einzelmaßnahmen (über BAFA)

Für einzelne energetische Maßnahmen wie Dämmung, Fensteraustausch oder Heizungstausch. Die Förderung erfolgt als direkter Zuschuss.

Geförderte Maßnahmen:

  • Dämmung von Außenwänden, Dach, Kellerdecke
  • Austausch von Fenstern und Außentüren
  • Einbau/Erneuerung von Lüftungsanlagen
  • Heizungsoptimierung
  • Heizungstausch (eigenes Teilprogramm seit 2024)
Förderung: 15-20% der förderfähigen Kosten, mit iSFP-Bonus bis zu 20% extra

Heizungsförderung (seit 2024)

Der Heizungstausch wurde 2024 neu geregelt und läuft jetzt über die KfW. Gefördert wird der Umstieg auf klimafreundliche Heizungen wie Wärmepumpen, Biomasseheizungen oder der Anschluss an Wärmenetze.

Fördersätze (kumulierbar):

  • Grundförderung: 30% für alle Antragsteller
  • Einkommensbonus: +30% bei Haushaltseinkommen unter 40.000 €/Jahr
  • Klimageschwindigkeitsbonus: +20% bei Austausch alter fossiler Heizungen
Maximale Förderung: bis zu 70% der Kosten, gedeckelt auf 30.000 € förderfähige Kosten (selbstnutzende Eigentümer)

Häufige Frage: Was ist der iSFP-Bonus?

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein von einem Energieberater erstellter Plan für die schrittweise Sanierung Ihrer Immobilie. Wenn Sie Maßnahmen umsetzen, die im iSFP empfohlen werden, erhalten Sie 5% zusätzliche Förderung. Der iSFP selbst wird ebenfalls gefördert.

Steuerliche Förderung (§35c EStG)

Steuerbonus für energetische Sanierung

Als Alternative zur direkten Förderung können selbstnutzende Eigentümer energetische Sanierungskosten von der Steuer absetzen. Das lohnt sich besonders für Besserverdienende, die keine BAFA/KfW-Förderung in Anspruch nehmen.

Funktionsweise:

  • 20% der Sanierungskosten werden über 3 Jahre von der Steuerschuld abgezogen
  • Maximal 40.000 € Steuerermäßigung pro Objekt
  • Gilt für dieselben Maßnahmen wie BEG (Dämmung, Fenster, Heizung etc.)
  • Gebäude muss mindestens 10 Jahre alt sein
Vorteil: Kein Antrag nötig, Abrechnung über Steuererklärung. Aber: Nicht kombinierbar mit BAFA/KfW!

Tipp: Rechnen Sie beide Varianten durch. Die direkte Förderung ist oft attraktiver, weil sie sofort fließt und nicht von Ihrer Steuerlast abhängt. Bei hohem Einkommen und hohen Sanierungskosten kann der Steuerbonus aber günstiger sein.

Landesförderung Berlin (IBB)

IBB-Förderprogramme

Die Investitionsbank Berlin bietet ergänzende Förderprogramme für Wohnungssanierungen. Die Programme ändern sich häufig – prüfen Sie das aktuelle Angebot auf der IBB-Website.

Typische Förderungen:

  • Zinsgünstige Darlehen für Modernisierungen
  • Zuschüsse für bestimmte Maßnahmen
  • Förderung von Barrierefreiheit
  • Ergänzende Programme zu Bundesförderungen
Vorteil: Landesförderung kann oft mit Bundesförderung kombiniert werden – nachfragen lohnt sich!

Förderung für Denkmalschutz

Bei denkmalgeschützten Gebäuden gelten besondere Regeln – sowohl Einschränkungen als auch zusätzliche Fördermöglichkeiten. Die energetischen Anforderungen sind oft gelockert, dafür gibt es Zuschüsse für denkmalgerechte Sanierung.

  • Steuerliche Vorteile: Sanierungskosten an Denkmälern können über 10-12 Jahre komplett abgeschrieben werden
  • Denkmalförderung: Zuschüsse von Bund und Land für Erhaltungsmaßnahmen
  • BEG-Sonderregelungen: Erleichterte Anforderungen bei technischen Hürden

Der Energieberater: Pflicht und Chance

Für die meisten Förderprogramme ist die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten Pflicht. Diese zertifizierten Berater erstellen die notwendigen Nachweise und bestätigen die fachgerechte Umsetzung. Die gute Nachricht: Auch die Beratung selbst wird gefördert.

Häufige Frage: Brauche ich einen Energieberater?

Für BEG-Förderung: Ja, in den meisten Fällen. Der Energieberater muss in der Expertenliste für Förderprogramme des Bundes gelistet sein. Die Kosten für die Energieberatung werden mit bis zu 50% bezuschusst. Der Aufwand lohnt sich – ohne Berater keine Förderung.

Förderung richtig beantragen

Der Weg zur Förderung folgt einem klaren Ablauf. Fehler in der Reihenfolge können zum Verlust des Anspruchs führen.

  1. Beratung: Energieberater einschalten, Maßnahmen planen, Förderfähigkeit prüfen
  2. Angebote einholen: Kostenvoranschläge von Handwerkern, aber noch keine Aufträge vergeben
  3. Antrag stellen: Online bei BAFA, KfW oder dem jeweiligen Fördergeber
  4. Bewilligung abwarten: Erst nach Zusage dürfen Aufträge vergeben werden
  5. Maßnahme umsetzen: Sanierung durchführen, Rechnungen sammeln
  6. Nachweis einreichen: Energieberater bestätigt die Umsetzung, Auszahlung erfolgt

Zeitfaktor: Planen Sie 2-4 Wochen für die Antragstellung und Bewilligung ein. Bei hohem Antragsaufkommen kann es länger dauern. Beginnen Sie früh mit der Förderplanung, um Verzögerungen im Bauablauf zu vermeiden.

Programme kombinieren – was geht, was nicht?

Die Frage, ob verschiedene Förderungen kombiniert werden können, sorgt häufig für Verwirrung. Die Grundregel: Für dieselbe Maßnahme kann nur eine Bundesförderung in Anspruch genommen werden. Aber es gibt Spielräume.

 

Diese Kombinationen sind möglich:

  • Verschiedene Maßnahmen: Für die Dämmung BAFA-Förderung, für den Heizungstausch KfW-Förderung – kein Problem, da unterschiedliche Maßnahmen
  • Bundes- und Landesförderung: IBB-Programme können oft mit BEG kombiniert werden – aber vorher prüfen!
  • Förderung und Kommunalzuschüsse: Manche Kommunen bieten zusätzliche Zuschüsse, die kumuliert werden dürfen

Diese Kombinationen sind nicht möglich:

  • BAFA/KfW und Steuerbonus: Für dieselbe Maßnahme müssen Sie sich entscheiden
  • Doppelte Bundesförderung: Nicht zweimal BEG für die gleiche Maßnahme

Strategie: Bei umfangreichen Sanierungen mit vielen Maßnahmen lohnt sich eine Gesamtbetrachtung. Manchmal ist es günstiger, einige Maßnahmen über den Steuerbonus abzuwickeln und andere direkt zu fördern. Ein erfahrener Energieberater kann die optimale Kombination berechnen.

Was wird nicht gefördert?

Nicht jede Sanierungsmaßnahme ist förderfähig. Reine Schönheitsreparaturen, nicht-energetische Modernisierungen und Maßnahmen ohne Energiespareffekt fallen durch das Raster.

  • Malerarbeiten und Tapezieren
  • Bodenbeläge ohne Dämmwirkung
  • Badsanierung ohne energetische Komponente
  • Küchenerneuerung
  • Nicht-energetische Reparaturen

Bei ProjektX Ausbau beraten wir Sie, welche Ihrer geplanten Maßnahmen förderfähig sind und wie Sie die Förderung optimal nutzen. Wir arbeiten mit Energieberatern zusammen und stimmen den Bauablauf auf die Förderprozesse ab.

Fazit: Förderung von Anfang an mitdenken

Die Förderlandschaft für Wohnungssanierungen ist komplex, aber lohnend. Zwischen 15 und 70 Prozent Zuschuss sind möglich – Geld, das Sie nicht verschenken sollten. Der Schlüssel liegt in der frühen Planung: Energieberater einbinden, Maßnahmen abstimmen, Antrag stellen, dann erst beauftragen.

Mit dem richtigen Ablauf wird die Förderung zum festen Bestandteil Ihrer Finanzierung. ProjektX Ausbau unterstützt Sie dabei, Sanierung und Förderung zusammenzubringen – für eine Modernisierung, die sich rechnet.

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