Nasse Wände im Altbau?

Das hilft wirklich – von der Sofortmaßnahme bis zur dauerhaften Lösung

Der Fleck an der Wand wird größer. Die Tapete wellt sich. Es riecht muffig. Nasse Wände im Altbau sind mehr als ein kosmetisches Problem – sie können die Bausubstanz schädigen, Schimmel verursachen und die Gesundheit beeinträchtigen. Aber: Keine Panik. Mit der richtigen Diagnose und den passenden Maßnahmen lässt sich das Problem lösen.

Dieser Beitrag zeigt, woher die Feuchtigkeit kommen kann, was Sie sofort tun können und welche Sanierungsmöglichkeiten für die Altbausanierung Berlin es gibt.

Woher kommt die Feuchtigkeit?

Der erste Schritt ist die Ursachenforschung. Denn ohne die Quelle zu kennen, behandeln Sie nur Symptome. Die häufigsten Ursachen in Berliner Altbauten:

Aufsteigende Feuchtigkeit

Der Klassiker im Altbau. Viele Gründerzeitgebäude wurden ohne Horizontalsperre gebaut – das Mauerwerk saugt Feuchtigkeit aus dem Erdreich wie ein Schwamm. Typisch: Nasse Wände im Erdgeschoss und Keller, Salzausblühungen, abblätternder Putz in Bodennähe.

Kondensation (Tauwasser)

Warme, feuchte Raumluft trifft auf kalte Wände – und schlägt als Wasser nieder. Häufig bei Wärmebrücken (Außenecken, Fensterlaibungen), unzureichendem Heizen oder falschem Lüften. Typisch: Schimmel in Ecken, am Fenster, hinter Möbeln an Außenwänden.

Defekte Dachentwässerung oder Fallrohre

Ein verstopftes oder undichtes Fallrohr lässt Regenwasser in die Wand laufen. Typisch: Feuchtigkeit nach Regen, oft einseitig, Wasserflecken von oben nach unten verlaufend.

Undichte Fassade

Risse im Putz, poröse Fugen, beschädigte Fensterbänke – Wasser findet jeden Weg. Typisch: Feuchtigkeit nach Schlagregen, meist auf der Wetterseite (in Berlin oft Westen).

Versteckter Wasserschaden

Ein undichtes Rohr in der Wand oder unter dem Estrich kann lange unbemerkt bleiben. Typisch: Plötzlich auftretende Feuchtigkeit, hoher Wasserverbrauch auf der Rechnung, nasse Stellen fernab von Außenwänden.

Spritzwasser am Sockel

Wenn der Boden direkt an die Fassade grenzt und kein Spritzschutz vorhanden ist, spritzt Regenwasser gegen den Sockel und dringt ein. Häufig bei Hinterhöfen und Souterrainwohnungen.

Häufige Frage: Wie finde ich die Ursache?

Beobachten Sie: Wann wird es schlimmer (nach Regen? im Winter?)? Wo genau ist es feucht (unten? oben? in der Ecke?)? Riecht es muffig? Diese Hinweise grenzen die Ursache ein. Im Zweifel hilft ein Fachmann mit Feuchtemessung und Erfahrung.

Was Sie sofort tun können

Auch wenn die endgültige Lösung Zeit braucht – diese Maßnahmen helfen sofort:

 

Richtig lüften

Stoßlüften statt Kipplüften. 3-4 Mal täglich für 5-10 Minuten Fenster weit öffnen. Das tauscht feuchte Luft gegen trockene aus. Besonders wichtig nach dem Duschen, Kochen und Schlafen.

 

Ausreichend heizen

Kalte Wände sind feuchte Wände. Auch wenig genutzte Räume auf mindestens 16-18°C halten. Türen zu kälteren Räumen schließen, damit warme Feuchtigkeit nicht dorthin wandert.

 

Möbel von der Wand rücken

Mindestens 5-10 cm Abstand zwischen Möbeln und Außenwänden. So kann Luft zirkulieren und die Wand trocknet besser.

 

Luftentfeuchter einsetzen

Bei akuter Feuchtigkeit hilft ein elektrischer Luftentfeuchter, die Raumfeuchte zu senken. Keine Dauerlösung, aber nützlich zur Überbrückung.

 

Schimmel nicht ignorieren

Kleine Schimmelflecken (unter 0,5 m²) können Sie mit Alkohol (70-80%) oder speziellen Schimmelentfernern selbst behandeln. Größere Flächen: Fachmann rufen.

Wichtig: Diese Maßnahmen lindern Symptome, beseitigen aber nicht die Ursache. Wenn aufsteigende Feuchtigkeit oder ein Rohrschaden das Problem ist, hilft Lüften allein nicht.

Langfristige Sanierungsmöglichkeiten

Je nach Ursache gibt es verschiedene Lösungen – von überschaubar bis aufwendig:

 

Bei aufsteigender Feuchtigkeit

  • Horizontalsperre nachträglich einbauen: Eine Sperre wird ins Mauerwerk eingebracht, die das Aufsteigen von Wasser stoppt. Methoden: Mauersägeverfahren (mechanisch), Injektionsverfahren (chemisch), Edelstahlbleche. Kosten: 150-400 €/lfm, je nach Verfahren.
  • Vertikalabdichtung außen: Das Mauerwerk wird von außen freigelegt und abgedichtet. Aufwendig, aber gründlich. Kosten: 300-600 €/lfm inkl. Erdarbeiten.
  • Innenabdichtung als Alternative: Wenn Außenarbeiten nicht möglich sind (Hinterhof, Denkmal), kann von innen abgedichtet werden – mit Sanierputz und Sperrschicht. Keine perfekte Lösung, aber oft die praktikable.

Bei Kondensation

  • Wärmebrücken beseitigen: Innendämmung an kritischen Stellen, Fensterlaibungen dämmen. Macht die Wand wärmer, Kondensation nimmt ab.
  • Lüftungsanlage einbauen: Kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung sorgt automatisch für Luftaustausch – besonders in dichten Altbauten nach Fenstertausch sinnvoll.
  • Heizungsoptimierung: Gleichmäßige Wärmeverteilung, keine kalten Ecken.

Bei Fassaden- oder Dachproblemen

  • Fassade sanieren: Risse schließen, Fugen erneuern, Anstrich erneuern. Oft Gemeinschaftseigentum – WEG-Beschluss nötig.
  • Dachentwässerung prüfen und reparieren: Fallrohre reinigen, Undichtigkeiten beseitigen.
  • Spritzschutz anlegen: Kiesstreifen oder Drainage entlang des Sockels.

Berliner Realität: In Mehrfamilienhäusern betreffen viele dieser Maßnahmen das Gemeinschaftseigentum. Als Eigentümer brauchen Sie WEG-Beschlüsse, als Mieter den Vermieter. Das macht die Sache komplizierter, aber nicht unmöglich.

Was kostet das?

Ein grober Überblick für typische Maßnahmen:

  • Horizontalsperre Injektion: 150-250 €/lfm
  • Horizontalsperre mechanisch: 200-400 €/lfm
  • Vertikalabdichtung außen: 300-600 €/lfm
  • Sanierputz innen: 40-80 €/m²
  • Innendämmung: 80-150 €/m²
  • Lüftungsanlage: 3.000-8.000 € (dezentral) / 8.000-15.000 € (zentral)
  • Fachgutachten: 300-800 €

Unser Rat: Investieren Sie zuerst in eine ordentliche Diagnose. Ein Gutachten für 500 € kann Sie vor einer 10.000-€-Fehlsanierung bewahren.

Berliner Altbauten: Typische Problemstellen

Berlin hat einen der größten Altbaubestände Deutschlands. Jede Epoche bringt ihre eigenen Feuchtigkeitsprobleme mit:

  • Gründerzeit (1870-1918): Massive Ziegelwände ohne Horizontalsperre. Aufsteigende Feuchtigkeit ist der Klassiker, besonders in Erdgeschoss und Souterrain. Die dicken Wände speichern viel Feuchtigkeit und geben sie nur langsam ab.
  • Zwischenkriegszeit (1920-1940): Oft einfachere Bauweise, dünnere Wände, mehr Wärmebrücken. Kondensationsprobleme häufiger als bei der Gründerzeit.
  • Nachkriegsbauten (1950-1970): Teilweise experimentelle Baumaterialien, Flachdächer mit Undichtigkeiten, Keller ohne ordentliche Abdichtung.
  • Hinterhäuser und Seitenflügel: Weniger Sonne, schlechtere Durchlüftung, oft feuchtere Keller. Hier treten Probleme häufiger auf als im Vorderhaus.
  • Souterrain-/Kellerwohnungen: Besonders anfällig. Bodennähe + aufsteigende Feuchtigkeit + wenig Licht = ideale Bedingungen für Feuchtigkeitsprobleme.

Altbau-Weisheit: Viele Feuchtigkeitsprobleme in Altbauten sind nicht neu – sie wurden nur lange ignoriert oder kaschiert. Beim Kauf oder Einzug lohnt sich ein kritischer Blick auf Sockel, Keller und Außenecken.

Wer ist zuständig?

 

Als Mieter

Feuchtigkeit melden – schriftlich, mit Fotos und Datum. Der Vermieter ist für die Instandhaltung zuständig. Ausnahme: Wenn Sie nachweislich falsch lüften/heizen. Bei Streit hilft oft ein Gutachten, das die Ursache klärt.

 

Als Eigentümer (Eigentumswohnung)

Unterscheiden Sie: Sondereigentum (Ihre Wohnung) oder Gemeinschaftseigentum (Fassade, Dach, Keller)? Bei Gemeinschaftseigentum muss die WEG handeln. Bei Sondereigentum sind Sie selbst verantwortlich – es sei denn, die Ursache liegt im Gemeinschaftseigentum.

 

Als Hauseigentümer

Sie sind verantwortlich – für die Ursachenforschung, die Sanierung und die Kosten. Handeln Sie, bevor der Schaden größer wird.

 

Fazit: Nicht warten, handeln

Nasse Wände im Altbau sind ärgerlich, aber kein Weltuntergang. Wichtig ist, die Ursache zu finden und gezielt zu handeln – nicht blind drauflos sanieren. Mit den richtigen Sofortmaßnahmen halten Sie die Situation unter Kontrolle, bis die dauerhafte Lösung umgesetzt ist.

Bei ProjektX Ausbau haben wir viel Erfahrung mit feuchten Berliner Altbauten. Wir helfen Ihnen bei der Ursachendiagnose, beraten zu sinnvollen Maßnahmen und setzen die Sanierung fachgerecht um – von der Horizontalsperre bis zur Innendämmung. Sprechen Sie uns an.

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