Badsanierung selbst machen oder Profis beauftragen?
Risiken im Vergleich
YouTube macht es so einfach: In 15 Minuten verwandelt sich ein tristes Badezimmer in eine Wellness-Oase. Der Heimwerker lächelt, die Fliesen sitzen perfekt, das Silikon zieht sich wie von selbst in sauberen Linien. Und Sie denken: Das kann ich auch – und spare mir 10.000 Euro Handwerkerkosten.
Die Wahrheit in der Badsanierung Berlin ist komplizierter. Manche Dinge können Sie tatsächlich selbst machen. Andere sollten Sie lassen, wenn Sie nicht riskieren wollen, dass der Wasserschaden teurer wird als die eingesparten Arbeitskosten. Hier ein ehrlicher Überblick.
Was Sie tatsächlich selbst machen können
Fangen wir mit den guten Nachrichten an. Es gibt Arbeiten, die auch ohne Handwerkerausbildung machbar sind:
Demontage und Entrümpelung
Alte Fliesen abstemmen, Sanitärobjekte abbauen, Schutt rausschaffen – das ist körperlich anstrengend, aber kein Hexenwerk. Sie brauchen Hammer, Meißel, Schutzbrille und Zeit. Wichtig: Vorher Wasser abstellen und Siphons leeren. Das können Sie problemlos selbst.
Malerarbeiten und Spachteln
Wände grundieren, spachteln, streichen – klassische Heimwerkerarbeit. Bei feuchtigkeitsgefährdeten Bereichen (rund um die Dusche) sollten Sie aber spezielle Farben und Grundierungen verwenden.
Einfache Montagen
Spiegel aufhängen, Handtuchhalter montieren, Badaccessoires anbringen – solange Sie einen Bohrer bedienen können und wissen, wo Leitungen liegen, ist das unproblematisch.
Silikonfugen erneuern
Mit etwas Übung und dem richtigen Werkzeug (Kartuschenpresse, Fugenglätter, Abklebeband) ist das machbar. Wichtig: Altes Silikon vollständig entfernen, Untergrund sauber und trocken. Sieht am Ende vielleicht nicht ganz so perfekt aus wie vom Profi, funktioniert aber.
Wo Sie vorsichtig sein sollten
Diese Arbeiten sind grundsätzlich machbar, aber fehleranfällig. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen:
Fliesen verlegen
Technisch lernbar, aber anspruchsvoller als es aussieht. Die Herausforderung: exakte Ausrichtung, saubere Schnitte, gleichmäßige Fugen, richtiger Kleber für den Untergrund. Ein schiefes Fliesenbild sehen Sie jeden Tag. Wenn Sie es versuchen wollen: Üben Sie vorher an einer unauffälligen Stelle oder in einem Nebenraum.
Sanitärobjekte anschließen
Waschtisch, WC, Duscharmatur – das Anschließen an bestehende Anschlüsse ist oft machbar, wenn Sie wissen, was Sie tun. Aber: Ein undichter Anschluss kann teuer werden. Prüfen Sie mehrfach auf Dichtheit, bevor Sie alles zumachen.
Trockenbau für Vorwandinstallation
Vorwandelemente für WC oder Waschtisch gibt es als Bausätze. Mit etwas handwerklichem Geschick ist das machbar. Kritisch wird es bei der Verbindung zur Sanitärinstallation und der anschließenden Abdichtung.
Wovon Sie die Finger lassen sollten
Und jetzt zu den Bereichen, bei denen DIY wirklich keine gute Idee ist:
Abdichtung im Nassbereich
Das ist der kritischste Punkt überhaupt. Die Abdichtung unter den Fliesen im Duschbereich entscheidet darüber, ob in fünf Jahren alles noch dicht ist – oder ob Wasser in Wände, Estrich und die Decke des Nachbarn läuft. Eine fehlerhafte Abdichtung ist der häufigste und teuerste Fehler bei DIY-Badsanierungen. Hier gehört ein Profi hin.
Rohrleitungen verlegen oder verändern
Wasser- und Abwasserleitungen neu verlegen oder umleiten ist Facharbeit. Falsche Gefälle, undichte Verbindungen, nicht zugelassene Materialien – das rächt sich. Und im Schadensfall zahlt keine Versicherung, wenn Sie ohne Qualifikation an den Rohren herumgebastelt haben.
Elektroinstallation
Im Badezimmer gelten besondere Vorschriften (Schutzbereiche, FI-Schutzschalter). Arbeiten an der Elektrik dürfen nur Fachbetriebe ausführen. Das ist nicht nur eine Empfehlung, sondern in Deutschland rechtlich geregelt. Wer hier selbst Hand anlegt, riskiert nicht nur die Versicherung, sondern Leben.
Bodengleiche Duschen einbauen
Klingt einfach, ist es nicht. Gefälle zum Ablauf (1-2%), Abdichtung, Estricharbeiten, Anschluss an die Entwässerung – hier muss alles perfekt zusammenpassen. Ein Millimeter zu wenig Gefälle, und das Wasser steht. Ein Fehler in der Abdichtung, und Sie haben in zwei Jahren einen Wasserschaden.
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Die häufigsten DIY-Fehler (aus der Praxis)
Als Handwerker sehen wir regelmäßig, was bei Eigenleistung schiefgeht. Die Klassiker:
- Keine oder falsche Abdichtung: Der Nummer-eins-Fehler. Viele wissen gar nicht, dass unter die Fliesen eine Abdichtung gehört.
- Gefälle vergessen oder falsch: Wasser muss zum Ablauf fließen. Klingt banal, wird trotzdem oft vermasselt.
- Zeitaufwand unterschätzt: Was der Profi in drei Wochen schafft, dauert in Eigenleistung gerne drei Monate – mit entsprechender Belastung für den Alltag.
- Am Material gespart: Billige Armaturen, günstiger Fliesenkleber, No-Name-Silikon. Das rächt sich schneller, als Sie denken.
- Anschlüsse nicht geprüft: Einmal undicht, immer Ärger. Druckprüfung und mehrfache Kontrolle sind Pflicht.
Die ehrliche Kostenrechnung
Aber wie viel spart man wirklich? Schauen wir uns das nüchtern an:
- Materialkosten: Bleiben gleich, ob Sie selbst bauen oder bauen lassen. Circa 40-50% der Gesamtkosten.
- Arbeitskosten: Das ist der Posten, den Sie sparen – theoretisch 50-60% der Gesamtkosten.
- Werkzeug: Fliesenschneider, Rührwerk, Kartuschenpresse, Wasserwaage – wenn Sie nichts haben, kommen schnell 300-500 Euro zusammen.
- Ihre Zeit: Rechnen Sie mal Ihren Stundenlohn gegen die Stunden, die Sie brauchen. Und bedenken Sie: Der Profi ist schneller.
Die unbequeme Wahrheit: Ein Fehler in der Abdichtung kann Sie 10.000 Euro und mehr kosten – Wasserschaden, Schimmel, Nachbars Decke. Das sind die gesparten Handwerkerkosten plus Zinsen. Die meisten „gesparten“ DIY-Bäder haben versteckte Mängel, die irgendwann ans Licht kommen.
Der kluge Mittelweg
Die beste Lösung liegt oft dazwischen: Manche Arbeiten selbst machen, die kritischen dem Profi überlassen.
- Sie: Demontage, Entrümpelung, Malerarbeiten, einfache Montagen
- Profi: Abdichtung, Sanitärinstallation, Elektrik, Fliesen im Nassbereich
Das spart immer noch Geld, aber die risikoreichen Arbeiten sind in Profihand. Sprechen Sie vorher mit dem Handwerker, was Sie selbst übernehmen können – die meisten sind dafür offen.
Häufige Frage: Zahlt die Versicherung bei DIY-Wasserschaden?
Kommt drauf an. Wenn der Schaden durch unsachgemäße Arbeit entstanden ist, kann die Versicherung die Leistung kürzen oder ganz ablehnen. Bei Elektroarbeiten durch Laien ist die Sache meist klar: kein Versicherungsschutz. Fragen Sie vorher Ihre Versicherung.
Häufige Frage: Was ist mit Mietwohnungen?
In Mietwohnungen brauchen Sie für bauliche Veränderungen die Zustimmung des Vermieters. Und wenn Sie bei DIY einen Schaden verursachen, haften Sie persönlich. Doppelt riskant.
Fazit: Ehrlich zu sich selbst sein
Können Sie ein Bad selbst sanieren? Theoretisch ja. Sollten Sie es tun? Das hängt von Ihren Fähigkeiten, Ihrer Zeit und Ihrer Risikobereitschaft ab. Die Wahrheit ist: Ein Bad ist kein Regal aus dem Möbelhaus. Fehler sind teuer, manchmal erst Jahre später – und dann richtig.
Bei ProjektX Ausbau sehen wir regelmäßig DIY-Projekte, die wir retten müssen. Das soll Sie nicht abschrecken, sondern realistisch machen. Wenn Sie Eigenleistung einbringen wollen, sprechen Sie mit uns – wir sagen Ihnen ehrlich, was Sie selbst machen können und wo Sie einen Profi brauchen.
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