Schadstoffsanierung Kosten sparen

Fördergelder für Schadstoff-Entfernung in Berlin

Die Diagnose steht: Asbest im Boden, PCB in den Fugen, alte Mineralwolle im Dach. Die Sanierungskosten summieren sich auf fünfstellige Beträge. Gibt es Förderung? Die ehrliche Antwort: Eine direkte Förderung für Schadstoffsanierung Berlin existiert in Deutschland kaum. Die bessere Nachricht: Mit der richtigen Strategie können Sie trotzdem erheblich sparen – durch Kombination mit geförderten Maßnahmen, steuerliche Absetzbarkeit und clevere Planung.

Dieser Beitrag zeigt, welche Fördermöglichkeiten und Steuervorteile es gibt und wie Sie das Maximum herausholen.

Die Realität: Direkte Schadstoff-Förderung ist rar

 

Weder BAFA noch KfW fördern Schadstoffsanierung direkt. Es gibt kein Programm „Zuschuss für Asbestentfernung“ oder „Förderung PCB-Sanierung“. Die Kosten für reine Schadstoffbeseitigung müssen Sie grundsätzlich selbst tragen.

Aber: Schadstoffsanierung ist selten ein isoliertes Projekt. Sie entfernen Asbest, um neue Böden zu verlegen. Sie sanieren KMF, um das Dach zu dämmen. Sie beseitigen PCB, um zu modernisieren. Und genau hier liegen die Chancen.

Strategie 1: Kombination mit energetischer Sanierung

Die größten Fördertöpfe stehen für energetische Sanierung bereit. Wenn die Schadstoffsanierung Voraussetzung für geförderte Maßnahmen ist, profitieren Sie indirekt:

BAFA-Förderung für Einzelmaßnahmen

Dämmung, Fenstertausch, Heizungsoptimierung werden mit 15-20% gefördert. Wenn Sie vor der Dämmung alte KMF entfernen müssen, ist das Teil des Gesamtprojekts.

So funktioniert’s: Die Schadstoffsanierung selbst wird nicht gefördert, aber die anschließende energetische Maßnahme. Das Gesamtprojekt wird wirtschaftlicher.

Förderung: 15-20% der förderfähigen Kosten (Dämmung, Fenster etc.)

KfW-Kredit für Komplettsanierung

Bei umfassenden Sanierungen zum Effizienzhaus gibt es zinsgünstige Kredite und Tilgungszuschüsse. Die Schadstoffsanierung kann als „notwendige Vorarbeit“ Teil der Gesamtmaßnahme sein.

Tilgungszuschuss: 5-25% je nach erreichtem Effizienzhausstandard

Häufige Frage: Wird die Schadstoffsanierung selbst gefördert?

Nein, aber indirekt: Wenn Sie ein Gesamtprojekt planen (z.B. Dachdämmung), können die Kosten für die vorherige KMF-Entsorgung als Nebenkosten in die Kalkulation einfließen. Die Förderung der Dämmung macht das Gesamtprojekt wirtschaftlicher – auch wenn die Schadstoffsanierung selbst nicht förderfähig ist.

Strategie 2: Steuerliche Absetzbarkeit

Was nicht gefördert wird, kann oft steuerlich geltend gemacht werden:

§35a: Handwerkerbonus für Selbstnutzer

Selbstnutzer können 20% der Arbeitskosten (nicht Material) von der Steuerschuld abziehen.

Voraussetzung: Rechnung mit ausgewiesenen Lohnkosten, Zahlung per Überweisung

Erstattung: 20% der Lohnkosten, max. 1.200 €/Jahr

Vermieter: Erhaltungsaufwand absetzen

Vermieter können Schadstoffsanierung als Erhaltungsaufwand sofort oder über 2-5 Jahre verteilt von den Mieteinnahmen absetzen.

Wichtig: Schadstoffsanierung allein ist fast immer Erhaltungsaufwand (nicht Herstellungskosten), weil sie den ursprünglichen Zustand wiederherstellt.

Steuerersparnis: Je nach Steuersatz 30-45% der Kosten

§35c: Steuerbonus für energetische Sanierung

Wenn die Schadstoffsanierung Teil einer energetischen Maßnahme ist (z.B. Dämmung), kann das Gesamtprojekt über §35c mit 20% der Kosten (max. 40.000 €) bezuschusst werden.

Aber: Entweder BAFA-Förderung ODER Steuerbonus – nicht beides.

Steuerbonus: 20% über 3 Jahre, max. 40.000 € gesamt

Strategie 3: Denkmalförderung nutzen

Für denkmalgeschützte Gebäude gibt es besondere Vorteile:

Denkmal-AfA

Sanierungskosten können über 8-12 Jahre vollständig abgeschrieben werden – das gilt auch für Schadstoffsanierung, wenn sie Teil der denkmalgerechten Sanierung ist.

Vermieter: 100% über 12 Jahre (9% × 8 Jahre + 7% × 4 Jahre)

Selbstnutzer: 90% über 10 Jahre (9% pro Jahr)

Steuerersparnis: Bis zu 40-50% der Sanierungskosten (je nach Steuersatz)

Landesdenkmalförderung Berlin

Berlin fördert die Sanierung von Denkmälern mit Zuschüssen. Schadstoffsanierung kann Teil des Förderantrags sein, wenn sie für den Erhalt des Denkmals notwendig ist.

Zuschuss: Einzelfallabhängig, meist 10-30% der Kosten

Voraussetzung: Bescheinigung der Denkmalbehörde vor Baubeginn. Ohne diese gibt es keine Denkmal-AfA und keine Landeszuschüsse.

Strategie 4: Versicherungsleistungen prüfen

In bestimmten Fällen übernimmt die Versicherung Schadstoffkosten:

  • Wasserschaden mit Schimmelfolge: Die Gebäudeversicherung zahlt oft auch die Schimmelsanierung, wenn sie Folge eines versicherten Wasserschadens ist
  • Brandschäden: Wenn bei einem Brand Schadstoffe freigesetzt werden, kann die Sanierung versichert sein
  • Haftpflichtfälle: Wenn ein Dritter den Schaden verursacht hat, zahlt dessen Haftpflicht

Tipp: Prüfen Sie Ihren Versicherungsschutz, bevor Sie selbst zahlen. Besonders bei Wasserschäden mit Schimmelfolge sind die Grenzen oft nicht klar – es lohnt sich, nachzufragen.

Strategie 5: Kosten clever optimieren

Auch ohne Förderung lassen sich Kosten reduzieren:

  • Eigenleistung bei Vorarbeiten: Entrümpeln, Freiräumen, Vorbereiten – das spart Handwerkerstunden
  • Mehrere Angebote einholen: Die Preise für Schadstoffsanierung variieren stark
  • Projekte bündeln: Wenn mehrere Wohnungen im Haus betroffen sind, sind Mengenrabatte möglich
  • Timing: Außerhalb der Hochsaison (Frühjahr) sind Handwerker oft günstiger
  • Überdecken statt Entfernen: Bei manchen Schadstoffen (z.B. intakte Flex-Platten) ist Überdeckung günstiger als Entfernung – wenn es die Situation erlaubt

Rechenbeispiel: Dachdämmung mit KMF-Sanierung

Ausgangslage

Dachgeschoss 80 m², alte KMF-Dämmung muss raus, neue Dämmung soll rein.

Kosten:

  • KMF-Entfernung und Entsorgung: 5.000 €
  • Neue Dachdämmung (Aufsparrendämmung): 18.000 €
  • Gesamtkosten: 23.000 €

Förderoption A – BAFA:

  • Dämmung förderfähig: 18.000 €
  • BAFA-Zuschuss 15%: 2.700 €
  • Effektive Kosten: 20.300 €

Förderoption B – Steuerbonus §35c:

  • Gesamtkosten energetische Maßnahme: 23.000 €
  • Steuerbonus 20% über 3 Jahre: 4.600 €
  • Effektive Kosten: 18.400 €

In diesem Beispiel ist der Steuerbonus günstiger – aber nur, wenn Sie genug Steuern zahlen, um ihn auszuschöpfen. Rechnen Sie beide Varianten durch.

 

Häufige Fehler bei der Förderplanung

Diese Fehler kosten bares Geld – vermeiden Sie sie:

  • Zu spät informieren: Viele Förderungen müssen VOR Baubeginn beantragt werden. Wer erst baut und dann fragt, geht leer aus.
  • Förderung und Steuerbonus kombinieren: Bei energetischer Sanierung gilt: BAFA-Zuschuss ODER §35c-Steuerbonus – niemals beides für dieselbe Maßnahme.
  • Handwerkerbonus verschenken: Viele vergessen, die Lohnkosten in der Steuererklärung anzugeben. 1.200 € pro Jahr liegen gelassen.
  • Denkmal-Bescheinigung vergessen: Bei Denkmälern muss die Bescheinigung VOR Baubeginn beantragt werden. Nachträglich gibt es keine Denkmal-AfA.
  • Bar zahlen: Für steuerliche Absetzbarkeit ist Überweisung Pflicht. Barzahlung bedeutet: keine Steuererstattung.

Häufige Frage: Was ist besser – BAFA-Förderung oder Steuerbonus?

Das hängt von Ihrer Steuersituation ab. BAFA zahlt sofort, der Steuerbonus verteilt sich über 3 Jahre und setzt voraus, dass Sie genug Steuern zahlen. Bei niedrigem Einkommen ist BAFA oft besser, bei hohem Einkommen kann der Steuerbonus mehr bringen. Rechnen Sie beide Varianten durch oder fragen Sie Ihren Steuerberater.

Berliner Besonderheiten

In Berlin gibt es einige regionale Aspekte zu beachten:

  • Viele Denkmäler: Berlin hat einen hohen Anteil denkmalgeschützter Gebäude. Prüfen Sie, ob Ihr Gebäude unter Denkmalschutz steht – das eröffnet zusätzliche Fördermöglichkeiten.
  • Landesdenkmalförderung: Das Land Berlin fördert Denkmalsanierungen mit Zuschüssen. Ansprechpartner ist das Landesdenkmalamt.
  • IBB-Förderprogramme: Die Investitionsbank Berlin (IBB) bietet verschiedene Förderprogramme für Sanierungen – prüfen Sie die aktuellen Angebote.
  • Mieterstadt: Bei vermieteten Wohnungen ist die steuerliche Absetzbarkeit besonders relevant – Berliner Vermieter können Schadstoffsanierung als Erhaltungsaufwand geltend machen.

Tipp für Berlin: Die Verbraucherzentrale Berlin bietet kostenlose Erstberatung zu Fördermitteln für energetische Sanierung. Auch wenn Schadstoffsanierung nicht direkt beraten wird – die Kombination mit energetischen Maßnahmen ist oft der Schlüssel zu Fördermitteln.

 

Checkliste: So holen Sie das Maximum raus

  1. Gesamtprojekt planen: Schadstoffsanierung mit energetischer oder denkmalgerechter Sanierung kombinieren
  2. Förderoptionen prüfen: BAFA, KfW, Landesförderung, Denkmal-AfA – was passt?
  3. Steuerberater einbinden: Vor allem bei Vermietung oder Denkmal
  4. Versicherung checken: Besonders bei Wasserschäden
  5. Angebote vergleichen: Nicht nur Preis, auch Leistungsumfang
  6. Dokumentation sichern: Für Steuer und spätere Nachweise

Fazit: Keine direkte Förderung, aber viele Wege

Schadstoffsanierung wird selten direkt gefördert – aber mit der richtigen Strategie können Sie trotzdem erheblich sparen. Der Schlüssel liegt in der Kombination: Energetische Sanierung mit Fördermitteln, steuerliche Absetzbarkeit, Denkmalvorteile. Wer klug plant, reduziert die effektiven Kosten um 20-50%.

Bei ProjektX Ausbau beraten wir Sie nicht nur zur Sanierung selbst, sondern auch zur wirtschaftlich sinnvollen Umsetzung. Wir kennen die Förderlandschaft, arbeiten mit erfahrenen Energieberatern zusammen und erstellen Angebote, die die Anforderungen für steuerliche Absetzbarkeit erfüllen.

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