Schimmelpilz in Berliner Wohnungen

Ursachen verstehen, richtig handeln, dauerhaft vorbeugen

Er kommt leise und bleibt hartnäckig: Schimmelpilz in der Wohnung. Schwarze Flecken in der Fensterecke, muffiger Geruch im Schlafzimmer, dunkle Stellen hinter dem Schrank – Schimmel ist nicht nur unschön, sondern auch gesundheitsgefährdend. In Berliner Altbauten mit ihren kalten Außenwänden und oft unzureichender Dämmung ist er ein häufiger Gast.

Dieser Beitrag erklärt, warum Schimmel entsteht, wie gefährlich er ist und was Sie dagegen tun können – von der Soforthilfe bis zur dauerhaften Sanierung. Unsere Schadstoffsanierung Berlin hilft Ihnen.

Warum entsteht Schimmel?

Schimmelpilze brauchen drei Dinge zum Wachsen: Feuchtigkeit, Wärme und Nährstoffe. Nährstoffe finden sie überall – in Tapeten, Putz, Holz, sogar im Hausstaub. Wärme ist in beheizten Wohnungen vorhanden. Der entscheidende Faktor ist die Feuchtigkeit.

 

Die Grundformel

Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte. Wenn warme, feuchte Raumluft auf eine kalte Oberfläche trifft (z.B. eine schlecht gedämmte Außenwand), kondensiert die Feuchtigkeit – wie am Bierglas im Sommer. Auf dieser feuchten Oberfläche wächst Schimmel.

 

Die häufigsten Ursachen in Berliner Wohnungen:

  • Wärmebrücken: Stellen, an denen Wärme besonders schnell nach außen entweicht – Außenecken, Fensterlaibungen, Rollladenkästen. Diese Stellen werden kalt und feucht.
  • Unzureichendes Lüften: Zu wenig Luftaustausch lässt die Luftfeuchtigkeit steigen. Besonders kritisch in dichten Wohnungen mit neuen Fenstern.
  • Unzureichendes Heizen: Kalte Räume bedeuten kalte Wände bedeuten Kondensation.
  • Möbel vor Außenwänden: Luft zirkuliert nicht, die Wand dahinter wird kalt und feucht.
  • Wasserschäden: Feuchte Bausubstanz nach Rohrbruch, Überschwemmung oder undichtem Dach.
  • Bauliche Mängel: Fehlende oder beschädigte Abdichtung, aufsteigende Feuchtigkeit.

Wo tritt Schimmel typischerweise auf?

  • Fensterlaibungen und Fensterstürze: Klassische Wärmebrücken, oft erste Befallstelle
  • Außenecken: Besonders in Schlafzimmern, wo weniger geheizt wird
  • Hinter Schränken und Betten an Außenwänden: Keine Luftzirkulation
  • Badezimmer: Hohe Feuchtigkeit durch Duschen und Baden
  • Küche: Kochen produziert Wasserdampf
  • Schlafzimmer: Jeder Mensch gibt nachts ca. 0,5 Liter Feuchtigkeit ab
  • Keller: Oft kühl und feucht, schlechte Belüftung

Häufige Frage: Warum habe ich nach dem Fenstertausch plötzlich Schimmel?

Neue Fenster sind deutlich dichter als alte. Früher sorgte die Undichtigkeit für ständigen Luftaustausch – unkontrollierte, aber wirksame Lüftung. Mit neuen Fenstern bleibt die feuchte Luft drinnen, wenn Sie nicht aktiv lüften. Die Lösung: häufiger stoßlüften oder ein Lüftungskonzept einplanen.

Wie gefährlich ist Schimmel?

Schimmelpilze geben Sporen und Stoffwechselprodukte an die Luft ab. Diese können gesundheitliche Probleme verursachen:

  • Atemwegsreizungen und Husten
  • Allergische Reaktionen (Schnupfen, tränende Augen)
  • Kopfschmerzen und Müdigkeit
  • Bei längerer Exposition: Asthma, chronische Bronchitis
  • Bei immungeschwächten Personen: ernsthafte Infektionen

Besonders gefährdet: Kinder, Schwangere, ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen der Atemwege oder Immunschwäche sollten Schimmelbefall besonders ernst nehmen.

Selbst entfernen oder Fachmann rufen?

Die Antwort hängt vom Ausmaß des Befalls ab:

Selbst handeln bei kleinem Befall:

  • Betroffene Fläche kleiner als 0,5 m²
  • Oberflächlicher Befall auf glatten Oberflächen
  • Ursache bekannt und behebbar

Vorgehen: Mit 70-80% Alkohol (Isopropanol) oder speziellen Schimmelentfernern behandeln. Handschuhe und Maske tragen. Nicht trocken abbürsten – das verteilt Sporen.

 

Fachmann rufen bei:

  • Betroffene Fläche größer als 0,5 m²
  • Schimmel in porösen Materialien (Putz, Tapete, Holz)
  • Wiederkehrender Befall trotz Beseitigung
  • Verdacht auf versteckten Schimmel (muffiger Geruch ohne sichtbaren Befall)
  • Gesundheitliche Beschwerden bei Bewohnern

Faustregel: Alles über 0,5 m² oder tiefer als die Oberfläche gehört in Profi-Hände. Bei größeren Sanierungen ist oft ein Schimmelgutachten sinnvoll, um die Ursache zweifelsfrei zu klären.

Die professionelle Schimmelsanierung

Eine fachgerechte Schimmelsanierung umfasst mehr als nur das Abtöten des sichtbaren Befalls:

  1. Bestandsaufnahme: Ausmaß des Befalls feststellen, versteckte Stellen finden (ggf. mit Messung oder Probennahme)
  2. Ursachenanalyse: Warum ist der Schimmel entstanden? Ohne Ursachenbeseitigung kommt er wieder.
  3. Schutzmaßnahmen: Abschottung des Bereichs, Schutzausrüstung für Arbeiter, Unterdruckhaltung bei größeren Sanierungen
  4. Entfernung: Befallene Materialien entfernen (Tapeten, Putz, ggf. Gipskarton), Oberflächen desinfizieren
  5. Trocknung: Falls Feuchtigkeit im Bauteil, technische Trocknung
  6. Wiederaufbau: Neue Oberflächen mit schimmelhemmenden Materialien
  7. Ursachenbeseitigung: Wärmebrücke dämmen, Lüftung verbessern, Verhalten anpassen

Schimmel vorbeugen

Die beste Sanierung ist die, die nicht nötig wird. Mit dem richtigen Verhalten lässt sich Schimmel verhindern:

 

Richtig lüften:

  • Stoßlüften: 3-4 mal täglich für 5-10 Minuten Fenster weit öffnen
  • Querlüften: Gegenüberliegende Fenster öffnen für schnellen Luftaustausch
  • Nach dem Duschen: Sofort lüften, nicht die Feuchtigkeit in andere Räume verteilen
  • Beim Kochen: Dunstabzug nutzen oder Fenster öffnen

Richtig heizen:

  • Alle Räume auf mindestens 16-18°C halten, auch wenig genutzte
  • Türen zwischen unterschiedlich temperierten Räumen geschlossen halten
  • Heizkörper nicht mit Möbeln oder Vorhängen verdecken

Möbel richtig aufstellen:

  • Mindestens 5-10 cm Abstand zwischen Möbeln und Außenwänden
  • Betten nicht direkt an kalte Außenwände
  • Luftzirkulation ermöglichen

Kontrolle: Ein einfaches Hygrometer zeigt die Luftfeuchtigkeit. Unter 60% ist optimal, über 70% wird es kritisch. Kostenpunkt: ab 10 Euro.

Kosten einer Schimmelsanierung

Die Kosten hängen stark vom Ausmaß des Befalls und der nötigen Ursachenbeseitigung ab:

  • Kleiner Oberflächenbefall (selbst): 20-50 € für Materialien
  • Professionelle Oberflächensanierung: 200-500 € pro Raum
  • Sanierung mit Putzentfernung: 50-100 €/m² betroffene Fläche
  • Schimmelgutachten: 300-800 € je nach Umfang
  • Innendämmung (Wärmebrücke beheben): 80-150 €/m²
  • Lüftungsanlage nachrüsten: 2.000-5.000 € je nach System

Eine einfache Schimmelsanierung in einem Raum liegt typischerweise bei 500-1.500 €. Wenn bauliche Maßnahmen zur Ursachenbeseitigung nötig sind (Dämmung, Lüftung), können die Kosten deutlich höher liegen.

 

Häufige Frage: Zahlt die Versicherung die Schimmelsanierung?

Nur wenn der Schimmel durch einen versicherten Schaden entstanden ist – zum Beispiel einen Wasserschaden. Schimmel durch bauliche Mängel oder falsches Lüften ist nicht versichert. Die Gebäudeversicherung deckt Schäden am Gebäude, die Hausratversicherung Schäden an Möbeln und Inventar.

Wer ist verantwortlich – Mieter oder Vermieter?

Die häufigste Streitfrage bei Schimmel. Die Antwort: Es kommt auf die Ursache an.

  • Vermieter verantwortlich: Bauliche Mängel, Wärmebrücken, undichte Stellen, fehlende Abdichtung, Wasserschäden an der Bausubstanz
  • Mieter verantwortlich: Falsches Lüftungs- und Heizverhalten, Möbel direkt an Außenwänden, extreme Feuchtigkeitsproduktion ohne Lüftung

In der Praxis ist die Abgrenzung oft schwierig. Ein Schimmelgutachten kann klären, ob bauliche Mängel oder Nutzerverhalten die Ursache sind. Die Kosten trägt zunächst der Auftraggeber – bei klarer Schuld des anderen kann er sie zurückfordern.

Fazit: Ursache finden, dauerhaft lösen

Schimmel ist mehr als ein optisches Problem – er gefährdet die Gesundheit und zeigt, dass etwas mit dem Feuchtehaushalt der Wohnung nicht stimmt. Oberflächliches Abtöten bringt nur kurzfristig Ruhe. Für eine dauerhafte Lösung muss die Ursache behoben werden: bessere Dämmung, verändertes Lüftungsverhalten oder die Beseitigung von Wasserschäden.

Bei ProjektX Ausbau sanieren wir nicht nur den sichtbaren Schimmel, sondern analysieren die Ursache und beheben sie. Ob Innendämmung an Wärmebrücken, Sanierung nach Wasserschaden oder Verbesserung der Belüftung – wir sorgen dafür, dass der Schimmel nicht wiederkommt.

Schimmelproblem dauerhaft lösen

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